Die erste Animation

Das Besondere an POV-Ray ist es, dass man auf einfache Art eine Reihe von Bildern erzeugen kann, in denen die Objekte nach Bedarf vor jeder Bilderstellung ein klein wenig verschoben werden. Fügt man diese Bilder mit einem weiteren Programm (z. B. Fast Movie Processor) zusammen, entsteht wie bei einem Daumenkino der Eindruck einer flüssigen Bewegung.

Anhand eines einfachen Beispiels möchte ich einmal die Erstellung eines Videos erklären:

Eine rote Kugel im Kordinatensystem

Das Skript zu diesem Bild sieht so aus:

#include "colors.inc"
#include "finish.inc"

camera {
location <-1, 4, 2>
look_at <0, 0, 0>

}

light_source {
<-20, 40, -20>
color White
}

sphere {
<2-clock*3, 0, 0>
0.5
pigment {color Red}
finish {Shiny}
}

cylinder {
<0, 0, -10> <0, 0, 10>, 0.02
pigment {color Grey}
}

cylinder {
<0, -10, 0> <0, 10, 0>, 0.02
pigment {color Grey}
}

cylinder {
<-10, 0, 0> <10, 0, 0>, 0.02
pigment {color Grey}
}

Die Zylinder sollten hier zur besseren Orientierung die Koordinatenachsen darstellen. Die Kugel bekommt ihr glänzendes Aussehen durch das Atribut finish {Shiny}. Wichtig ist, dass die finish.inc am Anfang des Dokuments eingebunden wird. Sonst gibts eine Fehlermeldung. Aber nun zum Thema: Das besondere in dieser Beschreibung ist die Positionsbestimmung der Kugel. Du findest dort die Anweisung <2-clock*3, 0, 0>. Dieses Anweisung bedeutet: Die Kugel soll die Anfangsposition 2,0,0 haben und anschließend um drei Einheiten auf der X-Achse verschoben werden (clock bedeutet zählen; wieso - wird gleich erklärt). Wenn du diese Bildbeschreibung rendern lässt, wirst du feststellen, dass nur ein einziges Bild erstellt wird und auch noch keine Verschiebung vorgenommen wird. Um viele, viele Einzelbilder mit Verschiebungen zu erstellen, ist daher noch eine weiterer Schritt notwendig:

Wir gehen oben ins Menü Tools, anschließend auf "Edit master POVRAY.INI".

Die Ini-Datei

In der nun angezeigten Textdatei geben wir ganz unten den folgenden Text ein:

Input_File_Name = DieDateiInDerSichDieBildbeschreibungBefindet.pov
Initial_Frame = 1
Final_Frame = 50
Initial_Clock = 0
Final_Clock = 1

So müsste es dann aussehen:

Die ini-Datei

Danach gehen wir auf "Speichern unter" und speichern diese Datei in demselben Ordner, in dem sich auch unsere Bildbeschreibung befindet.

Wir haben jetzt für unsere Variable mit dem Namen clock festgelegt, dass sie:

Anschließend schließen wir die eben abgespeicherte ini-Datei und öffnen Sie wieder, - aber diesmal öffnen wir die Datei so, als wenn wir eine normale Bildbeschreibung öffnen würden und klicken wie bei einer normalen Bildbeschreibung auf den Button Run. POV-Ray erstellt nun 50 Bilder bei denen die clock-Variable in unser Bildbeschreibung in 0,02-Schritten von 0 auf 1 hochwandert. Da diese 0,02 in der Bildbeschreibung immer mit drei multipliziert werden, hat sich die Kugel am Ende dieses Durchlaufs nicht um eine, sondern um ganze drei Einheiten verschoben. Alles klar? Unsere 50 Bilder befinden sich jetzt in dem Ordner, in dem sich auch unsere beiden Dateien befinden.

Tipp zur Verbesserung der Bildqualität: Möchtest du, dass die Bilder nicht so pixelig aussehen, kannst du mit dem Code

Antialias=On

die Bilder automtisch glätten lassen. Diesen Code schreibst du einfach irgendwo mitten in die ini-Datei.

Das Zusammenfügen der Einzelbilder

Nun benötigen wir ein zweites Programm. Ich habe bisher immer den "Fast Movie Processor" verwendet, den man im Internet (für nicht kommerzielle Zwecke) kostenlos herunterladen kann.

http://www.terradreams.de/All/Tutorials/Movietut/Movietutorial.php

Wir öffnen dieses Programm, gehen auf den Menüeintrag Input, anschließend auf Insert. Im Dateimanager gehen wir in den Ordner, in dem unsere Bilder liegen und wählen das erste Bild aus, das POV-Ray erstellt hat und bestätigen.

Dateinmanager

Unser Programm ist so intelligent, dass es die Nummerierung des Bildes erkennt und alle anderen Bilder in der richtigen Reihenfolge gemäß ihrer Nummerierung eingefügt.

Nun klicken wir auf die Schaltfläche Output. Wir legen einen Dateinamen für unser Video fest, speichern und kommen zu einem Fenster, in dem wir verschiedene Einstellungen vornehmen können.

Einstellungen

Unten findest du die Option "Frame Rate" wo du die Menge der Bilder einstellen kannst, die pro Sekunde abgepielt werden. Ab einer Bildrate von 18 entsteht erfahrungsgemäß die Illusion einer flüssigen Bewegung, die aber auf ein geübtes Auge noch etwas ruckelig wirken kann. Kinofilme verwenden eine Bildrate von durchschnittlich 24. Flash-Filme verwenden als Standard 12 Bilder pro Sekunde. Eine hohe Bildrate bedeutet einen hohen Speicher- und Rechenaufwand. Kommt es dir darauf an, einen total realistischen Film zu drehen, solltes du die Bildrate 24 verwenden, kommt es dir mehr darauf an, "Prinzipien" mit POV-Ray darzustellen, etwa für im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit, genügt eine Bildrate von 12.

Wir bestätigen unsere Einstellungen und klicken nun zu guter Letzt auf die Schaltfläche Start. Den Rest erledigt unser Programm.

Das Video müsste dann so aussehen:

Format: AVI, Größe ca. 211 KB

Die Einzelbilder lassen sich auch zu Gif-Animationen zusammenfügen. Die Bilder der folgenden Animation wurde mit Photoshop zusammengefügt.

Ein rotierender Greifarm

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